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Linz, 30. Mai 2011

Paul Kimberger wurde zum neuen Vorsitzenden der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft gewählt


Dazu gratulieren ihm die Funktionärinnen und Funktionäre, sówie viele Mitglieder der GÖD OÖ: HOL Paul Kimberger wurde zum neuen Vorsitzenden der Plichtschullehrergewerkschaft gewählt. Dies mit einem ausgesprochen angenehmen hohen Wahlerfolg: mit satten 97,9 % Zustimmung kann Kimberger in die Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht gehen!
Nachstehend veröffentlichen wir das Interview, welches er den OÖ Nachrichten gab, auch an dieser Stelle:

WIEN. Keine generelle Erhöhung der Arbeitszeit für Lehrer, aber eine Neuverteilung der Lebensarbeitszeit: Das ist für den neuen Chef der Pflichtschullehrergewerkschaft, Paul Kimberger, im Zuge der Dienstrechtsreform vorstellbar. Im Umgang mit Problemschülern fordert er „Erziehungsmittel“ für Lehrer.

OÖN: „Ich gelte als Macher und nicht als Verhinderer.“ So charakterisieren Sie sich selbst. Wie werden Sie das in Ihrer neuen Rolle an der Spitze der Pflichtschullehrer beweisen?
Kimberger: Ich bin ein Mann, der für Lösungen steht. Diese Arbeitsweise werde ich beibehalten. Leute, die mir nur sagen, was nicht geht, mag ich nicht.
OÖN: Sprechen Sie damit eigene Kollegen an? Immerhin gelten Lehrergewerkschafter als Verhinderer und Blockierer.
Kimberger: Solche Menschen gibt es in allen beruflichen Feldern. Ich finde aber, dass die Lehrergewerkschaft etwas ungerecht behandelt wird. Natürlich haben wir die Interessen der Lehrer im Blick und wenn wir aus dieser Sicht etwas ablehnen, wird uns schnell das Blockierer-Image umgehängt. Da hören viele nur das Wort „Nein“ und hören nicht mehr zu, was wir an Alternativen anbieten.
OÖN: Sie verhandeln mit der Regierung über ein neues Dienstrecht. Ist für Sie eine höhere Arbeitszeit auch bei höheren Einstiegsgehältern tabu?
Kimberger: Dass es zu einer Erhöhung der Arbeitszeit der Lehrer kommen wird, ist für mich nicht vorstellbar.
OÖN: Sie selbst haben aber einmal angeregt, auf ein Lebensarbeitszeit-Modell umzustellen, das zu Beginn eine höhere Arbeitszeit vorsieht?
Kimberger: Ja, über flexiblere Arbeitszeitmodelle sollten wir durchaus sprechen. Da kann man die Lebensarbeitszeit für neue Lehrer neu verteilen: Mehr im jüngeren Alter, eine Entlastung in Richtung Pension. Dabei muss aber die Gesamtsumme gleich bleiben.
OÖN: Sind Sie für eine höhere Anwesenheitspflicht von Lehrern an Schulen zu haben?
Kimberger: Solange Lehrer in der Schule keinen modernen Arbeitsplatz haben, wo sie professionell Vor- und Nachbereitungen machen können, brauchen wir darüber nicht reden.
OÖN: Um wie viel sollen die Einstiegsgehälter steigen?
Kimberger: Als Gewerkschafter sage ich: um möglichst viel. Ich werde jetzt nicht den Fehler machen, eine Zahl zu nennen. Die Gehälter sind ein Faktor zur Attraktivierung des Lehrerberufs, aber nicht der einzige. Eines muss der Dienstgeberseite klar sein: Kostenneutral wird das nicht durchführbar sein. Und wenn man zusätzliche Leistungen von uns Lehrern will, wird man diese bezahlen müssen.
OÖN: Sollen Lehrer an Neuen Mittelschulen künftig gleich viel verdienen wie AHS-Kollegen?
Kimberger: Gleiche Arbeit muss gleich bezahlt werden. Und da unsere Forderung, von der wir nicht abrücken werden, der Master-Abschluss für alle Lehrer ist, wird man diese auch gleich bezahlen müssen.
OÖN: Die Gesamtschule ist und bleibt ein Reizthema: Lehnen Sie eine solche ab?
Kimberger: Ich bin nicht per se dagegen. Aber wir sollten uns mit der Frage, wie eine gute Schule funktioniert, beschäftigen. Die Wertschöpfung passiert immer noch im Unterricht. Hier brauchen wir die besten Bedingungen für Lehrer.
OÖN: Ist die Umwandlung der Hauptschulen in Neue Mittelschulen (NMS) unter Beibehaltung der Gymnasien richtig?
Kimberger: Die Umwandlung kann ich nur massiv unterstützen, weil das mehr Ressourcen und zusätzliche Angebote bedeutet. Damit können wir die individuelle Förderung ausbauen – der talentierten und auch der weniger talentierten Schüler. Ob die NMS der Weisheit letzter Schluss ist, muss man aber auch evaluieren. Schule ist ein ständiger Weiterentwicklungsprozess.
OÖN: Viele Lehrer klagen über den immer anstrengenderen Beruf: Wird der Lehrerjob wirklich härter?
Kimberger: Die Herausforderungen sind in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Immer mehr gesellschaftliche Aufgaben werden an Schulen delegiert, Stichwort Erziehung. Da brauchen wir mehr Unterstützung, aber auch rechtssichere Erziehungsmittel. Wie im Sport müssen auch in der Schule Spielregeln gelten. Wenn ein Schüler seine Pflichten nicht erfüllt, braucht es Mittel, um ihn dazu zu bringen.
OÖN: Woran denken Sie?
Kimberger: Das beginnt bei zusätzlicher Anwesenheit, kann aber auch dahin gehen, dass Schüler zu sozialen Diensten oder zur Wiedergutmachung herangezogen werden.

Zur Person:
Beim Bundestag der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft wird der Oberösterreicher Paul Kimberger heute offiziell zum neuen Vorsitzenden gewählt. Bisher war Kimberger in Oberösterreich Chef der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft. Er ist außerdem Generalsekretär des Christlichen Lehrervereins.

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