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Linz, 15. Januar 2011

Fritz Neugebauer: Die Bildungsarbeit beginnt mit dem ersten Schrei nach der Geburt


Leider ist die Diskussion der Bildungspolitik, besonders von ministerieller Seite, noch immer zu ideologisch überfrachtet. Da viele Gewerkschaftler als Lehrer auch die reale Seite der Schule aus der persönlichen Unterrichtserfahrung kennen gelernt haben, gehen deren Thesen eher in die Richtung der individuellen Förderung, verbunden mit der Forderung nach der entsprechenden institutionellen Unterstützung. Auf ministerieller Seite fördert man eher eine vereinheitlichte, normierte Schulausbildung.

So darf die Frage gestellt werden, ob eine individuelle Gesellschaft, in der wir leben, ein einheitlicheres Schulsystem anbieten soll oder darf? Ob eine Gesellschaft, die die unterschiedlichsten Talente schon längst nicht mehr durch die Schulausbildung alleine hervorbringt, diese nicht über verschiedene Schulsysteme fördern sollte?

Um eine Verbindung zwischen der Aussage von Fritz Neugebauer und meinen Fragen herzustellen, möchte ich einen Beitrag aus der POP-Kultur bemühen, da diese mit ihren vielfältigen kritischen Themen, die ihre Künstler aufbereiten, anregend wirken kann.

Es handelt sich dabei um eine Szene aus der us-amerikanischen Animationsserie "The Simpsons" von Matt Groening, dem Schöpfer der Serie.

Beim Betrachten der Szene fühlt man sich unwillkürlich an die Inhalte des Buches von Alice Miller "Das Drama des begabten Kindes" erinnert. Bedrückend ist die Filmszene (die jüngste Tochter der Familie, Maggie, besucht eine Krabbelstube) auch insofern, da sie auf das us-amerikanische staatliche Schulsystem zugeschnitten ist, es aber auch für unsere Breiten passt, da aufgrund der Dramaturgie die brachiale wie triviale Umsetzung der Szene eine direkte wie allgemeine Handlung bietet.

So gesehen, sollte der Kindergärtner weniger als pädagogische Person*) betrachtet werden, sondern vielmehr als Symbol für ein genormtes, institutionalisiertes Schulsystem, welches die unbegrenzten Möglichkeiten kindlicher Talente nicht ins (Schul)system integrieren kann.

Bleibt abschließend, um noch einmal auf Fritz Neugebauers Aussage zurück zu kommen, der Hinweis, dass man manchmal politische Aussagen wahrnehmen kann und sollte, die jenseits der parteipolitischen und taktischen Überlegungen inhaltliche Gültigkeit haben. Dies könnte vor allem bedeuten, dass in erster Linie den Eltern alle Möglichkeiten geboten werden sollten, um Talente ihrer Kinder zu erkennen und zu fördern.

Und in Verbindung mit der Filmszene bleibt nur das Postulat, wie ein zukünftiges Schulsystem auch immer aussehen mag, so sollten die Kinder weiterhin die größte Rolle darin spielen - für Österreich darf das bisher mit ruhigem Gewissen gesagt werden.

Peter Fürhapper, Sekretär

*) Der Kindergärtner wird als "Elseworth Tui" vorgestellt, wobei ich annehme, dass Tui ein ideomatisches Syntagma des englischen Wortes "tuition" (Unterricht, Belehrung; im amerikansichen Englisch auch Unterrichtsgebühren) ist. Da im anglikanischen Kulturraum Protagonisten in künstlerischen Werken zumeist Namen mit Bezug auf ihre Charaktere oder Handlung haben, schwingt mit dem Namen auch Kritik an den amerikanischen Unterrichtsmethodiken und Schulsystemen mit (ich würde den Name in etwa mit dem Begriff "sonstwertiger Unterricht" übersetzen.

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