Erster Erfolg: Die Inflationsabgeltung von 2,02 % wurde außer Streit gestellt. Am 20. November werden die Verhandlungen fortgesetzt.

Menu

Neuigkeiten

Linz, 18. Februar 2010

Gehaltsabschluss 2010 - 0,9 bis 1,2 Prozent mehr - GÖD hat sich durchgesetzt - Gehaltstabellen 2010


Das Ergebnis ist letztlich ein Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können.

Das Plus von 0,9 Prozent kostet rund 99 Mio. der insgesamt 111 Mio. Euro, die ausgeschüttet werden. Die restlichen 12 Mio. Euro werden auf 210.000 öffentlich Bedienstete sozial gestaffelten verteilt.

Sehr groß ist sie jedenfalls nicht, aufs Jahr gerechnet beträgt sie durchschnittlich etwa 57 Euro.

Die Erhöhung soll am Freitag im Nationalrat beschlossen werden und mit 1. Jänner 2010 in Kraft treten. Die Metaller, die für die herbstlichen Lohnverhandlungen immer eine Richtschnur vorgeben, haben heuer zum Vergleich 1,45 Prozent (Ist-Löhne) bzw. 1,50 Prozent (Mindestlöhne) erzielt.

Was verdient ab nun ein Öffentlich Bediensteter (Beamte und VB)?

Die Erhöhung der Beamtengehälter um 0,9 Prozent wirkt sich aufgrund einer Zusatzzahlung von vier Euro im Monat (zu den 0,9 bis 1,2 % kommen also immer 4 Euro pro Monat hinzu) unterschiedlich auf die Gehaltsgruppen aus: Bei Einkommen bis zu 1.250 Euro brutto beträgt die Steigerung laut Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) 1,23 Prozent, ab einem Bruttoeinkommen von 9.000 Euro nur noch 0,94 Prozent. Ein Sachbearbeiter bekommt durch den Abschluss beispielsweise monatlich rund 19 Euro mehr.

Pflichtschullehrer können sich als Berufseinsteiger über ein Gehaltsplus von rund 1,12 Prozent freuen, bei einem Gehalt von 1.800 Euro entspricht das monatlich etwa 20 Euro. Bei einem Sachbearbeiter, der bisher 1.700 Euro verdiente, macht die Steigerung rund 1,14 Prozent aus. Prozentuell relativ hoch ist die Erhöhung mit rund 1,19 Prozent im Hilfsdienst - absolut gibt es bei einem Einkommen von 1.380 Euro um rund 16,42 Euro mehr pro Monat.

Die Zusatzzahlung von exakt vier Euro, die den Beamten vierzehn Mal jährlich ausbezahlt wird, ist staffelwirksam, gilt also auch für die Berechnungen der Folgejahre.

Fritz Neugebauer und Josef Pröll können zufrieden sein

Fritz Neugebauer, Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) erklärte: "Das ist ein Ergebnis, das wir in unseren Gremien positiv berichten können." Auch angesichts des internationalen Umfeldes sei das ein Abschluss, "der sich durchaus sehen lassen kann".

Auch Vizekanzler Josef Pröll war zufrieden. Er betonte, dass es sich um den drittniedrigsten Abschluss der vergangenen 40 Jahre handle, sowie den niedrigsten im Vergleich mit den bisherigen Kollektivvetragsabschlüssen für kommendes Jahr. Insgesamt sei man mit der nun zu verteilenden Summe "nicht aus dem Lot" und werde der Krise gerecht.

Die Länder verhalten sich unterschiedlich - aber OÖ ist dabei!

Ungewöhnlich an den heurigen Verhandlungen war, dass zwei Länder bereits im Vorfeld angekündigt haben, das Verhandlungsergebnis nicht nachvollziehen zu wollen: Salzburg und Kärnten planen Nulllohnrunden für ihre Landesbediensteten, wobei Salzburg 2011 um den österreichweiten Gehaltsabschluss für 2010 erhöhen und 2012 beide Steigerungen für 2011 und 2012 vornehmen will.

In Vorarlberg ist die Gehaltserhöhung für die Landes- und Gemeindebediensteten bereits beschlossen. Mit 0,5 Prozent liegt sie um 0,4 Prozentpunkte unter dem Ergebnis für die Bundesbeamten. Oberösterreich und Tirol kündigten an, mit dem Bund mitzuziehen.
_______________________________________________________
Gerade die Grafik Gehaltsabschlüsse 2004 bis 2010 und die Grafik Gehaltserhöhungen für Beamte zwischen Österreich und EU führen vor Augen, dass dies ein Abschluss mit Augenmaß war, womit die Öffentlich Bediensteten wieder einmal ihr großes Verantwortungsbewusstsein gegenüber Wirtschaft und Gesellschaft bewiesen haben. Aber diesen seit 2004 niedrigsten Abschluss werden wir uns merken und in wirtschaftlich besseren Zeiten darauf zurückkommen!

Peter Fürhapper, Sekretär

zurück ...


 
Website 
Security Test