Erster Erfolg: Die Inflationsabgeltung von 2,02 % wurde außer Streit gestellt. Am 20. November werden die Verhandlungen fortgesetzt.

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Linz, 06. Oktober 2009

Gewerkschaften verurteilen Lehrerhatz von Lopatka und Schmied am Weltlehrertag

Die Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften stellen mit Empörung fest, dass Staatssekretär Lopatka über ein Radiointerview verkündet, dass LehrerInnen hinkünftig länger unterrichten werden. Gleichzeitig lässt BM Schmied den LehrerInnen via Tageszeitung ÖSTERREICH ausrichten, dass aus dem "Halbtagsjob Lehrer" endlich ein "richtiger" Ganztagsjob werden müsse.

Es ist symptomatisch für die derzeitige österreichische Bildungspolitik, dass nicht einmal am Weltlehrertag die Leistungen der LehrerInnen anerkannt und gewürdigt werden, sondern eine Erhöhung der Lehrverpflichtung und eine ganztägige Kasernierung in baulich völlig ungeeigneten Konferenzzimmern gefordert wird. Besonders peinlich sind die Ausführungen Lopatkas zu den OECD-Studien. Die Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften empfehlen Schmied und Lopatka dringend die Lektüre der zahlreichen OECD-Studien, bevor sie diese weiterhin falsch zitieren und interpretieren.

Die jüngste OECD-Studie zum Bildungswesen, die erst vor einem Vierteljahr präsentiert wurde, nämlich TALIS, zeigt,

- dass die Gesamtarbeitszeit der LehrerInnen Österreichs 10 % über
dem Mittelwert der anderen Staaten liegt
- dass Österreichs LehrerInnen besonders viel Zeit in die gründliche
Vorbereitung des Unterrichts investieren und
- dass Österreichs LehrerInnen durch den Mangel an
Unterstützungspersonal mit den Aufgaben, die von der Gesellschaft
an die Schulen herangetragen werden, so alleine gelassen werden
wie die LehrerInnen keines einzigen anderen teilnehmenden Staates!


Auch der nationale Bericht des BIFIE - sonst von BM Schmied stets hoch gelobt und ebenso dotiert - zur OECD-Studie TALIS lässt keine Fragen offen, wie sehr das Unterstützungspersonal an unseren Schulen fehlt: "Unter den teilnehmenden OECD-/EU-Ländern gibt es kein einziges Land, in dem in diesem Bereich eine höhere Unterrichtsbeeinträchtigung beobachtet wird."

Die Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften fordern BM Schmied und Staatssekretär Lopatka auf, sich wenigstens am Weltlehrertag seriös mit den tatsächlichen Herausforderungen an Österreichs Schulen auseinanderzusetzen.

Zum neuen Dienstrecht braucht es keinen breiten Diskussionsprozess, wie die Unterrichtsministerin zum wiederholten Male in völliger Verkennung sozialpartnerschaftlicher Gepflogenheiten verkündet, sondern ordentliche Verhandlungen.

Wien, 05.10.2009

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